Was regelt Artikel 6:96 BW?
Artikel 6:96 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (BW) definiert den Vermögensschaden als erlittenen Verlust und entgangenen Gewinn. Er nennt zusätzlich drei Arten angemessener Kosten, die als Vermögensschaden ersatzfähig sind: Kosten zur Verhütung oder Begrenzung von Schaden, Kosten zur Feststellung von Schaden und Haftung sowie Kosten der außergerichtlichen Beitreibung. Die Absätze 4 bis 8 enthalten Sonderregeln für außergerichtliche Inkassokosten.
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Wie lautet Artikel 6:96 BW?
Deutsche Übersetzung (inoffiziell, vom Dutch Law Institute):
1 Der Vermögensschaden umfasst sowohl den erlittenen Verlust als auch den entgangenen Gewinn.
2 Als Vermögensschaden kommen außerdem für den Ersatz in Betracht:
- a. angemessene Kosten zur Verhütung oder Begrenzung von Schaden, der als Folge des Ereignisses, auf dem die Haftung beruht, zu erwarten war;
- b. angemessene Kosten zur Feststellung von Schaden und Haftung;
- c. angemessene Kosten zur Erlangung außergerichtlicher Befriedigung.
3 Absatz 2 Buchstaben b und c findet keine Anwendung, soweit im gegebenen Fall aufgrund von Artikel 241 der Zivilprozessordnung (Wetboek van Burgerlijke Rechtsvordering) die Regeln über die Prozesskosten anzuwenden sind.
4 Im Fall eines Handelsvertrags im Sinne von Artikel 119a Absatz 1 oder Artikel 119b Absatz 1 beträgt der Ersatz der in Absatz 2 Buchstabe c genannten Kosten mindestens 40 Euro. Dieser Betrag ist ohne Mahnung ab dem Tag geschuldet, der auf den Tag folgt, an dem der gesetzliche oder vereinbarte letzte Zahlungstag abgelaufen ist. Hiervon kann nicht zum Nachteil des Gläubigers abgewichen werden.
5 Durch Verordnung (algemene maatregel van bestuur) werden nähere Regeln für den Ersatz der in Absatz 2 Buchstabe c genannten Kosten erlassen. Von diesen Regeln kann nicht zum Nachteil des Schuldners abgewichen werden, wenn der Schuldner eine natürliche Person ist, die nicht in Ausübung eines Berufs oder Gewerbes handelt. In diesem Fall findet Artikel 241 Satz 1 der Zivilprozessordnung keine Anwendung.
6 Ist der Schuldner eine natürliche Person, die nicht in Ausübung eines Berufs oder Gewerbes handelt, so kann der Ersatz nach den näheren Regeln erst geschuldet werden, nachdem der Schuldner nach Eintritt des Verzugs im Sinne von Artikel 81 unter Angabe der Folgen der Nichtzahlung, einschließlich des nach den näheren Regeln geforderten Ersatzes, erfolglos zur Zahlung innerhalb einer Frist von vierzehn Tagen, beginnend mit dem Tag nach der Mahnung, gemahnt worden ist.
7 Kann ein Schuldner von einem Gläubiger wegen mehr als einer Forderung in der in Absatz 6 genannten Weise gemahnt werden, so hat dies in einer einzigen Mahnung zu geschehen. Für die Berechnung des Ersatzes werden die Hauptbeträge dieser Forderungen zusammengerechnet.
8 Sind aufgrund desselben Rechtsverhältnisses Ratenzahlungen geschuldet und wird im Sinne von Absatz 6 wegen einer Ratenzahlung gemahnt, für die nach der in Absatz 5 genannten Verordnung der niedrigste Ersatzbetrag gilt, so werden für die Berechnung des Ersatzes ab dem Tag der Mahnung eine oder mehrere Mahnungen wegen Ratenzahlungen berücksichtigt, die in einem Zeitraum von sechs Monaten vor dem Tag der Mahnung ganz oder teilweise unbezahlt geblieben sind.
Niederländischer Wortlaut (Burgerlijk Wetboek Buch 6, Artikel 96):
1 Vermogensschade omvat zowel geleden verlies als gederfde winst.
2 Als vermogensschade komen mede voor vergoeding in aanmerking:
- a. redelijke kosten ter voorkoming of beperking van schade die als gevolg van de gebeurtenis waarop de aansprakelijkheid berust, mocht worden verwacht;
- b. redelijke kosten ter vaststelling van schade en aansprakelijkheid;
- c. redelijke kosten ter verkrijging van voldoening buiten rechte.
3 Lid 2 onder b en c is niet van toepassing voor zover in het gegeven geval krachtens artikel 241 van het Wetboek van Burgerlijke Rechtsvordering de regels betreffende de proceskosten van toepassing zijn.
4 In geval van een handelsovereenkomst als bedoeld in artikel 119a lid 1 of artikel 119b lid 1 bestaat de vergoeding van kosten bedoeld in lid 2 onder c uit ten minste een bedrag van 40 euro. Dit bedrag is zonder aanmaning verschuldigd vanaf de dag volgende op de dag waarop de wettelijke of overeengekomen uiterste dag van betaling is verstreken. Hiervan kan niet ten nadele van de schuldeiser worden afgeweken.
5 Bij algemene maatregel van bestuur worden nadere regels gesteld voor de vergoeding van kosten als bedoeld in lid 2 onder c. Van deze regels kan niet ten nadele van de schuldenaar worden afgeweken indien de schuldenaar een natuurlijk persoon is, die niet handelt in de uitoefening van een beroep of bedrijf. In dit geval mist artikel 241, eerste volzin, van het Wetboek van Burgerlijke Rechtsvordering toepassing .
6 De vergoeding volgens de nadere regels kan indien de schuldenaar een natuurlijk persoon is, die niet handelt in de uitoefening van een beroep of bedrijf, eerst verschuldigd worden nadat de schuldenaar na het intreden van het verzuim, bedoeld in artikel 81 , onder vermelding van de gevolgen van het uitblijven van betaling, waaronder de vergoeding die in overeenstemming met de nadere regels wordt gevorderd, vruchteloos is aangemaand tot betaling binnen een termijn van veertien dagen, aanvangende de dag na aanmaning.
7 Indien een schuldenaar voor meer dan een vordering door een schuldeiser kan worden aangemaand als bedoeld in lid 6, dan dient dit in één aanmaning te geschieden. Voor de berekening van de vergoeding worden de hoofdsommen van deze vorderingen bij elkaar opgeteld.
8 Zijn op grond van eenzelfde rechtsverhouding termijnbetalingen verschuldigd en wordt aangemaand als bedoeld in lid 6 voor een termijnbetaling waarvoor op grond van de in lid 5 bedoelde algemene maatregel van bestuur de laagste vergoeding geldt, dan wordt voor de berekening van de vergoeding vanaf de dag dat wordt aangemaand, rekening gehouden met een of meerdere aanmaningen voor termijnbetalingen die geheel of gedeeltelijk onbetaald zijn gebleven in een periode van zes maanden voorafgaand aan de dag van de aanmaning.
Niederländischer Wortlaut in der seit dem 16. Juli 2026 geltenden Fassung, entnommen aus wetten.overheid.nl, der amtlichen Quelle der niederländischen Gesetzgebung. Die deutsche Übersetzung ist nicht amtlich; im Zweifel ist der niederländische Text maßgeblich.
Was umfasst Artikel 6:96 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuchs?
Das niederländische Recht unterscheidet den Vermögensschaden (vermogensschade) von anderem, immateriellem Schaden (ander nadeel). Artikel 6:95 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (BW) bestimmt, dass der zu ersetzende Schaden aus Vermögensschaden und anderem Nachteil besteht, Letzterer nur, soweit das Gesetz einen Anspruch darauf gewährt. Artikel 6:96 BW legt sodann fest, was Vermögensschaden ist.
Absatz 1 nennt die beiden klassischen Schadensposten: den erlittenen Verlust (geleden verlies), etwa Reparaturkosten oder eine Wertminderung, und den entgangenen Gewinn (gederfde winst), etwa entgangenen Umsatz. Ob ein bestimmter Posten ersatzfähig ist, hängt weiterhin von Kausalität und Zurechnung nach Artikel 6:98 BW ab.
Welche Kosten können als Schaden geltend gemacht werden?
Absatz 2 fügt drei Kostenkategorien hinzu, die jeweils einer doppelten Angemessenheitsprüfung unterliegen: Es muss angemessen gewesen sein, die Kosten aufzuwenden, und sie müssen der Höhe nach angemessen sein.
- Kosten zur Verhütung oder Begrenzung von Schaden (Absatz 2 Buchstabe a), der als Folge des Ereignisses zu erwarten war. Eine Partei, die Maßnahmen zur Begrenzung ihres Schadens ergreift, kann die angemessenen Kosten dafür ersetzt verlangen.
- Kosten zur Feststellung von Schaden und Haftung (Absatz 2 Buchstabe b), etwa die Kosten eines Sachverständigengutachtens.
- Kosten zur Erlangung außergerichtlicher Befriedigung (Absatz 2 Buchstabe c), die sogenannten außergerichtlichen Inkassokosten.
Absatz 3 zieht die Grenze zum Prozess. Soweit nach Artikel 241 der niederländischen Zivilprozessordnung die Regeln über die Prozesskosten gelten, werden die Kosten nach Buchstabe b und c über die gerichtliche Kostenentscheidung und nicht als Schadensersatz behandelt. In der Praxis bedeutet dies, dass Tätigkeiten zur Vorbereitung eines Prozesses über die Kostenentscheidung vergütet werden, während Kosten echter außergerichtlicher Schritte nach Artikel 6:96 BW geltend gemacht werden können.
Welche Regeln gelten für außergerichtliche Inkassokosten?
Die Absätze 4 bis 8 regeln die Inkassokosten im Einzelnen, mit unterschiedlichen Regeln für unternehmerische Schuldner und Verbraucher.
Kostenloses ToolRechner für gesetzliche ZinsenZinsen und Inkassokosten auf eine unbezahlte Rechnung, mit allen Zinssätzen seit 1995.Zinsen berechnenHandelsverträge. Nach Absatz 4 hat der Gläubiger bei einem Handelsvertrag im Sinne von Artikel 6:119a Absatz 1 oder Artikel 6:119b Absatz 1 BW Anspruch auf mindestens 40 EUR Inkassokosten. Dieser Betrag ist ohne Mahnung ab dem Tag nach Ablauf der Zahlungsfrist geschuldet, und ein Vertrag kann ihn nicht zum Nachteil des Gläubigers herabsetzen.
Nähere Regeln. Absatz 5 sieht nähere Regeln durch Verordnung (algemene maatregel van bestuur) vor. Diese sind in der Verordnung über den Ersatz außergerichtlicher Inkassokosten enthalten (Besluit vergoeding voor buitengerechtelijke incassokosten). Gegenüber Verbrauchern kann von diesen Regeln nicht zum Nachteil des Schuldners abgewichen werden.
Verbraucher: das Vierzehn-Tage-Schreiben. Nach Absatz 6 werden Inkassokosten nach den näheren Regeln von einem Verbraucher erst geschuldet, nachdem dem Verbraucher, der sich im Verzug befindet, eine Mahnung geschickt worden ist, die ihm vierzehn Tage zur Zahlung einräumt, beginnend mit dem Tag nach der Mahnung, und die Folgen der Nichtzahlung einschließlich der geltend zu machenden Kosten angibt. Absatz 7 verlangt eine einzige Mahnung für mehrere Forderungen, wobei die Hauptbeträge zusammengerechnet werden. Absatz 8 enthält eine Sonderregel für Ratenzahlungen.
Ein Gläubiger, der einem Verbraucher kein Vierzehn-Tage-Schreiben schickt, kann die Inkassokosten nach den näheren Regeln nicht verlangen, so angemessen sie auch sein mögen.
Wie verhält sich Artikel 6:96 BW zu den anderen Schadensersatzvorschriften?
Artikel 6:96 BW legt fest, was ein Vermögensschaden umfassen kann. Er entscheidet nicht, ob ein Schaden im Einzelfall ersatzfähig ist. Das hängt von der Zurechnung nach Artikel 6:98 BW, von der Schadensbemessung nach Artikel 6:97 BW, von etwaigen anzurechnenden Vorteilen nach Artikel 6:100 BW und von einem etwaigen Mitverschulden nach Artikel 6:101 BW ab. Der immaterielle Schaden ist gesondert in Artikel 6:106 BW geregelt.
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- Artikel 6:106 BW: Immaterieller Schaden
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