Haftungsausschluss nach niederländischem Vertragsrecht
Eine Freizeichnungsklausel (exoneratiebeding) ist eine Vereinbarung in einem Vertrag, die darauf abzielt, die Haftung für das Eintreten bestimmter Ereignisse auszuschließen oder zu begrenzen. Grundsätzlich steht es den Parteien frei, ihre potenzielle Haftung auszuschließen oder zu begrenzen, innerhalb der gesetzlichen Grenzen.
Beispiel einer Ausschlussklausel nach niederländischem Recht
Ungeachtet jeder anderen Bestimmung dieser Vereinbarung haftet keine Partei gegenüber der anderen für Folgeschäden, besondere Schäden, mehrfache oder exemplarische Schäden infolge einer Vertragsverletzung (tekortkoming) dieser Vereinbarung, und keine Partei ist berechtigt, solche Schäden von der anderen Partei zu verlangen.
Beispiel einer Begrenzungsklausel
Die Haftung des Beraters gegenüber dem Auftraggeber für jegliche Verletzungen dieser Vereinbarung oder für sonstige vom Auftraggeber erlittene Schäden ist zu jeder Zeit auf die bereits an den Auftraggeber gezahlten Honorare gemäß dieser Vereinbarung begrenzt. Dies gilt nicht für Schäden, die auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit (opzet of bewuste roekeloosheid) seitens des Beraters zurückzuführen sind.
Arten von Freizeichnungsklauseln nach niederländischem Recht
- Ausschlussklausel: ein vollständiger Haftungsausschluss
- Begrenzungsklausel: ein teilweiser Haftungsausschluss
- Freistellungsklausel: eine Partei verpflichtet sich, die durch diese Partei verursachten Verluste zu ersetzen, die andere Partei schadlos zu halten und/oder zu verteidigen
Durchsetzbarkeit und Mäßigung nach niederländischem Recht
Freizeichnungsklauseln können wirksam sein, um eine Vertragspartei zu schützen, jedoch sind nicht alle Freizeichnungsklauseln rechtlich wirksam. Die Art, wie ein Gericht eine Freizeichnungsklausel (exoneratiebeding) beurteilt, hängt teilweise von den Regeln der Vertragsauslegung ab. Nach niederländischem Recht können Gerichte Freizeichnungsklauseln anhand der Standards von Angemessenheit und Billigkeit (redelijkheid en billijkheid) prüfen. Würde das Vertrauen auf eine Freizeichnungsklausel zu einem Ergebnis führen, das nach diesen Standards unakzeptabel ist, kann das Gericht die Durchsetzung der Klausel verweigern. Wann dies der Fall sein wird, hängt von den Tatsachen und Umständen der jeweiligen Situation ab; das klassische Beispiel ist der Versuch, die Haftung für vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachte Verluste auszuschließen oder zu begrenzen.
Freizeichnungsklauseln können auch angreifbar sein, wenn sie nicht einzeln ausgehandelt wurden, sondern Teil von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (algemene voorwaarden) sind, da solche Klauseln nach dem niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuch (Burgerlijk Wetboek) als unzumutbar belastend erachtet werden können.
