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Was regelt Artikel 6:177 BW?

Artikel 6:177 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (BW) begründet eine verschuldensunabhängige Haftung des Betreibers einer Bergbauanlage für Schäden durch ein unkontrolliertes Ausströmen von Bodenschätzen und durch Bodenbewegung infolge der Errichtung oder des Betriebs der Anlage. Er bestimmt außerdem, welcher Betreiber haftet, wenn die Anlage den Betreiber wechselt oder geschlossen wird, und gibt dem Geschädigten einen Anspruch auf Informationen.

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Wie lautet Artikel 6:177 BW?

Deutsche Übersetzung (inoffiziell, vom Dutch Law Institute):

1 Der Betreiber einer Bergbauanlage im Sinne von Artikel 1 Buchstabe n des Bergbaugesetzes haftet für den Schaden, der entsteht durch:

  • a. das Ausströmen von Bodenschätzen im Sinne von Artikel 1 Buchstabe a des Bergbaugesetzes infolge der fehlenden Beherrschung der unterirdischen Naturkräfte, die durch die Errichtung oder bei dem Betrieb der Anlage freigesetzt worden sind;
  • b. Bewegung des Bodens infolge der Errichtung oder des Betriebs dieser Anlage.

2 In diesem Artikel ist unter Betreiber einer Bergbauanlage zu verstehen:

  • a. der Inhaber einer Genehmigung im Sinne von Artikel 6, 24b oder 25 des Bergbaugesetzes, der eine Bergbauanlage errichtet oder errichten lässt oder in Gebrauch hat;
  • b. jeder, der, anders denn als Untergebener, eine Bergbauanlage errichtet oder errichten lässt oder in Gebrauch hat, ohne Inhaber einer Genehmigung im Sinne von Buchstabe a zu sein, es sei denn, er handelt im Auftrag eines anderen, der Inhaber einer solchen Genehmigung ist, oder er wusste, falls dieser andere es nicht ist, davon nicht und musste davon auch nicht wissen.

3 Für Schaden durch das Ausströmen von Bodenschätzen haftet derjenige, der zum Zeitpunkt des Ereignisses, durch das das Ausströmen stattfindet, Betreiber der Bergbauanlage ist. Wird nach diesem Ereignis ein anderer Betreiber der Bergbauanlage, so bleibt die Haftung für diesen Schaden bei demjenigen, der zum Zeitpunkt dieses Ereignisses Betreiber war. Tritt das Ereignis ein, nachdem die Bergbauanlage aufgegeben worden ist, so haftet derjenige, der der letzte Betreiber der Anlage war, es sei denn, zum Zeitpunkt dieses Ereignisses waren mehr als fünf Jahre verstrichen, seit die Anlage unter Beachtung der geltenden behördlichen Vorschriften aufgegeben worden war.

4 Für Schaden durch Bewegung des Bodens haftet derjenige, der zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens dieses Schadens Betreiber ist. Wird nach dem Bekanntwerden ein anderer Betreiber, so bleibt die Haftung bei demjenigen, der zum Zeitpunkt dieses Bekanntwerdens Betreiber war. Wird dieser Schaden nach der Schließung der Bergbauanlage bekannt, so haftet derjenige, der der letzte Betreiber war.

5 Kann auf das Ereignis, durch das das Ausströmen oder die Bewegung des Bodens entstanden ist, zugleich eine Haftung aus Artikel 173, 174 oder 175 gestützt werden, so trifft diese Haftung, was den durch dieses Ausströmen oder diese Bewegung des Bodens verursachten Schaden betrifft, dieselbe Person, die die Haftung in Bezug auf die Bergbauanlage trifft.

6 Auf Verlangen der Gegenpartei stellt der Betreiber alle ihm verfügbaren Informationen über den Betrieb, die Bodenstruktur und Bodenbewegungen zur Verfügung, die erforderlich sind, um beurteilen zu können, ob seine Einwendungen begründet sind. Die Bereitstellung von Informationen kann unterbleiben, wenn gewichtige Gründe dafür vorliegen.

7 Unbeschadet der Artikel 5.1 und 5.2 des Gesetzes über offenes Regierungshandeln (Wet open overheid) werden die Informationen über den Betrieb, die Bodenstruktur und Bodenbewegungen, über die juristische Personen des öffentlichen Rechts im Sinne von Artikel 1 von Buch 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie deren beratende Stellen verfügen, auf Verlangen des Betreibers der Gegenpartei zur Verfügung gestellt, soweit diese Informationen erforderlich sind, um beurteilen zu können, ob die Einwendungen des Betreibers begründet sind.

Niederländischer Wortlaut (Burgerlijk Wetboek Buch 6, Artikel 177):

1 De exploitant van een mijnbouwwerk als bedoeld in artikel 1, onderdeel n, van de Mijnbouwwet is aansprakelijk voor de schade die ontstaat door:

  • a. uitstroming van delfstoffen als bedoeld in artikel 1, onderdeel a, van de Mijnbouwwet als gevolg van het niet beheersen van de ondergrondse natuurkrachten die door de aanleg of bij de exploitatie van het werk zijn ontketend;
  • b. beweging van de bodem als gevolg van de aanleg of de exploitatie van dat werk.

2 In dit artikel wordt onder exploitant van een mijnbouwwerk verstaan:

  • a. de houder van een vergunning als bedoeld in artikel 6 , 24b of 25 van de Mijnbouwwet , die een mijnbouwwerk aanlegt of doet aanleggen dan wel in gebruik heeft;
  • b. een ieder die, anders dan als ondergeschikte, een mijnbouwwerk aanlegt of doet aanleggen dan wel in gebruik heeft zonder dat hij houder is van een vergunning als bedoeld in onderdeel a, tenzij hij in opdracht van een ander handelt die houder is van een vergunning als vorenbedoeld dan wel, indien die ander dat niet is, hij daarmee niet bekend was of behoorde te zijn.

3 Voor schade door uitstroming van delfstoffen is aansprakelijk degene die ten tijde van de gebeurtenis waardoor de uitstroming plaatsvindt, exploitant van een mijnbouwwerk is. Indien na deze gebeurtenis een ander exploitant wordt van het mijnbouwwerk, blijft de aansprakelijkheid voor deze schade rusten op degene die ten tijde van die gebeurtenis exploitant was. Indien de gebeurtenis plaatsvindt nadat het mijnbouwwerk is verlaten, rust de aansprakelijkheid op degene die de laatste exploitant van het werk was, tenzij op het tijdstip van die gebeurtenis meer dan vijf jaren waren verstreken nadat het werk was verlaten met inachtneming van de geldende overheidsvoorschriften.

4 Voor schade door beweging van de bodem is aansprakelijk degene die ten tijde van het bekend worden van deze schade exploitant is. Indien na het bekend worden een ander exploitant wordt, blijft de aansprakelijkheid rusten op degene die ten tijde van dit bekend worden exploitant was. Indien deze schade bekend wordt na sluiting van het mijnbouwwerk, rust de aansprakelijkheid op degene die de laatste exploitant was.

5 Indien op de gebeurtenis waardoor de uitstroming of de beweging van de bodem is ontstaan, tevens een aansprakelijkheid uit artikel 173 , 174 of 175 kan worden gegrond, rust die aansprakelijkheid, wat betreft de door die uitstroming of beweging van de bodem veroorzaakte schade, op dezelfde persoon als op wie de aansprakelijkheid ter zake van het mijnbouwwerk rust.

6 Op verzoek van de wederpartij verstrekt de exploitant alle informatie waarover hij beschikt ten aanzien van de exploitatie, de bodemstructuur en bodembewegingen die benodigd is om te kunnen beoordelen of zijn verweer gegrond is. Het verstrekken van informatie kan achterwege blijven indien daarvoor gewichtige redenen zijn.

7 Onverminderd de artikelen 5.1 en 5.2 van de wet open overheid staat de informatie ten aanzien van de exploitatie, de bodemstructuur en bodembewegingen waarover publiekrechtelijke rechtspersonen als bedoeld in artikel 1 van Boek 2 van het Burgerlijk Wetboek , alsmede hun adviserende instanties beschikken op verzoek van de exploitant ter beschikking van de wederpartij, voor zover die informatie benodigd is om te kunnen beoordelen of het verweer van de exploitant gegrond is.

Niederländischer Wortlaut in der seit dem 16. Juli 2026 geltenden Fassung, entnommen aus wetten.overheid.nl, der amtlichen Quelle der niederländischen Gesetzgebung. Die deutsche Übersetzung ist nicht amtlich; im Zweifel ist der niederländische Text maßgeblich.

Was bedeutet Artikel 6:177 BW?

Artikel 6:177 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (BW) gehört zu den verschuldensunabhängigen Haftungstatbeständen des Gesetzbuchs. Der Betreiber einer Bergbauanlage haftet für zwei Arten von Schäden, ohne dass der Geschädigte ein Verschulden nachweisen muss:

  • Schaden durch ein Ausströmen von Bodenschätzen infolge der fehlenden Beherrschung der unterirdischen Naturkräfte, die durch die Errichtung oder den Betrieb der Anlage freigesetzt wurden; und
  • Schaden durch Bodenbewegung infolge der Errichtung oder des Betriebs der Anlage.

Die zentralen Begriffe Bergbauanlage und Bodenschätze werden durch Verweis auf Artikel 1 des Bergbaugesetzes (Mijnbouwwet) bestimmt. Der Geschädigte muss weiterhin den Schaden und den Kausalzusammenhang mit dem Ausströmen oder der Bodenbewegung nachweisen.

Wer ist der haftende Betreiber?

Absatz 2 bestimmt, wer Betreiber ist. Der Hauptfall ist der Inhaber einer Genehmigung nach Artikel 6, 24b oder 25 des Bergbaugesetzes, der die Anlage errichtet, errichten lässt oder in Gebrauch hat. Auch wer ohne eine solche Genehmigung, anders denn als Untergebener, eine Bergbauanlage errichtet oder nutzt, ist Betreiber, es sei denn, er handelt im Auftrag eines Genehmigungsinhabers oder wusste nicht und musste nicht wissen, dass sein Auftraggeber keine Genehmigung besaß.

Die Absätze 3 und 4 legen sodann fest, welcher Betreiber haftet, wenn die Anlage den Betreiber wechselt oder aufgegeben beziehungsweise geschlossen wird:

  • Ausströmen von Bodenschätzen: Der Betreiber zum Zeitpunkt des Ereignisses, das das Ausströmen verursacht, bleibt haftbar, auch wenn später ein anderer die Anlage übernimmt. Tritt das Ereignis ein, nachdem die Anlage aufgegeben wurde, haftet der letzte Betreiber, es sei denn, seit der Aufgabe der Anlage unter Beachtung der behördlichen Vorschriften waren mehr als fünf Jahre verstrichen.
  • Bodenbewegung: Haftbar ist der Betreiber zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Schadens, und er bleibt es auch nach einem Betreiberwechsel. Wird der Schaden nach der Schließung bekannt, haftet der letzte Betreiber.

Wie verhält sich Artikel 6:177 BW zu anderen verschuldensunabhängigen Haftungstatbeständen?

Dasselbe Ereignis kann auch eine verschuldensunabhängige Haftung für mangelhafte bewegliche Sachen (Artikel 6:173 BW), für Gebäude und Bauwerke (Artikel 6:174 BW) oder für gefährliche Stoffe (Artikel 6:175 BW) begründen. Absatz 5 kanalisiert diese Haftung, soweit es um den durch das Ausströmen oder die Bodenbewegung verursachten Schaden geht, auf dieselbe Person, die für die Bergbauanlage haftet. Der Geschädigte muss daher für denselben Schaden nicht verschiedene Anspruchsgegner ermitteln.

Welche Einwendungen stehen dem Betreiber offen?

Artikel 6:178 BW nennt Situationen, in denen keine Haftung nach den Artikeln 6:175, 6:176 und 6:177 BW besteht. Dazu gehören Schäden durch bewaffnete Konflikte, Bürgerkrieg, Aufstand, innere Unruhen, Aufruhr oder Meuterei; Schäden, die ausschließlich durch die Befolgung einer behördlichen Anordnung oder einer zwingenden behördlichen Vorschrift verursacht wurden; und Schäden, die ausschließlich durch ein Tun oder Unterlassen eines Dritten mit Schädigungsabsicht verursacht wurden.

Artikel 6:178 BW schließt die Haftung auch für Schäden durch ein Naturereignis von außergewöhnlicher, unvermeidbarer und unabwendbarer Art aus, macht aber ausdrücklich eine Ausnahme für die in Artikel 6:177 Absatz 1 BW genannten unterirdischen Naturkräfte. Der Betreiber kann sich der Haftung für ein Ausströmen daher nicht unter Berufung auf eben diese Kräfte entziehen.

Welche Informationen kann der Geschädigte erhalten?

Die Absätze 6 und 7 betreffen das Informationsgefälle zwischen einem Bergbaubetreiber und einem Geschädigten. Auf Verlangen des Geschädigten muss der Betreiber alle ihm vorliegenden Informationen über den Betrieb, die Bodenstruktur und Bodenbewegungen bereitstellen, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob seine Einwendungen begründet sind, es sei denn, es liegen gewichtige Gründe dagegen vor. Informationen öffentlicher Stellen und ihrer beratenden Stellen zu denselben Themen werden dem Geschädigten auf Verlangen des Betreibers zur Verfügung gestellt, soweit sie für diese Beurteilung erforderlich sind, unbeschadet des Gesetzes über offenes Regierungshandeln (Wet open overheid).

Welche Verjährungsfrist gilt?

Für Schäden durch Bodenbewegung nach Artikel 6:177 Absatz 1 Buchstabe b BW bestimmt Artikel 3:310 Absatz 2 BW, dass der Anspruch in jedem Fall dreißig Jahre nach dem schadensbegründenden Ereignis verjährt statt nach den üblichen zwanzig Jahren. Für Bodenbewegungen, die durch die Gasförderung aus dem Groninger Feld verursacht wurden, beginnt diese dreißigjährige Frist nach der letzten dadurch verursachten Bodenbewegung. Die allgemeine Fünfjahresfrist ab Kenntnis vom Schaden und vom Haftenden gilt weiterhin. Siehe Verjährungsfristen im niederländischen Recht.

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